Lieber Leser,

Kennst Du das, wenn Du dich mit einer Frau verabredest, und es eigentlich keiner wissen darf? Zu solch einem Abenteuer ließ ich mich vor kurzem hinreißen.

Geplant war ein kulturelles Event. Es sollte zu einer Faust-Aufführung auf dem Brocken gehen. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, schließt Faust einen Pakt mit Mephisto und erlangt neue Jugend. Er verliebt sich in das unschuldige Gretchen und verführt sie, was weitreichende Folgen für beide hat. Sollten auch wir uns verführen lassen, oder hielten wir unserem Vorhaben stand, uns unsere erotische Zuneigung nicht anmerken zu lassen? Wir werden sehen.

Nach einer längeren Autofahrt stieg ich in einem verschlafenen Örtchen aus dem Auto. Das Wetter war wunderbar und die Sonne schien. Ich befand mich in Harz. In einem Einteiler verließ ich meinen Wagen (und wenn ich Einteiler sage, dann meine ich Einteiler, dann habe ich auch wirklich nur ein Teil an ;-)) Ich ging ins Hotel, checkte ein und wartete auf den Fahrstuhl, der mich in mein Zimmer bringen sollte. Die Tür des Fahrstuhls öffnete sich und unerwarteter weise stand da meine heimliche Begleitung. Er erkannte sofort, dass ich keine Wäsche trug und hätte mir sofort den Rest vom Leib reißen könne. Doch Nein – nur gucken, nicht anfassen!

So sollte es den gesamten Abend weitergehen. Ein alter Dampfzug sollte uns zum Gipfel des Brockens führen, wo die Aufführung stattfand. Auf dem Bahnsteig, im Zug, zur Veranstaltung zwei Reihen von einander entfernt, in der Pause, auf dem Rückweg hieß es immer ‚nur gucken, nicht anfassen’. Ich sah ihm die Wolllust an, welche ich verstand durch Blicke, Gesten und Bewegungen weiter anzuheizen. Es machte Ihn fast wahnsinnig nicht ranzudürfen. Doch wir blieben standhaft. Selbst nachts im Hotel.

Dafür sollte unser nächstes Treffen umso intensiver sein. Die gesamte Begierde hatte sich so aufgestaut und multipliziert, dass sich jede Berührung, jede Bewegung und jede Stellung unglaublich intensiv anfühlte. Zum Schluss entlud sich die gesamte Erregung, was unglaublich gut war.

Deine Clara