Erotische Phantasien
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Lesbos und Sappho - Die Grenze

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Lieber Leser,

heute möchte ich eine Phantasie von mir mit Ihnen teilen, als ich gerade 18 Jahre alt war - jung und unschuldig sozusagen... na ja, das stimmt nicht ganz (grins). Aber dies ist eines meiner "schriftstellerischen Frühwerke".



Die Grenze:

Die Hitze stand im Wagen, unerträglich und erdrückend. Sie waren schweißgebadet, die Frau und ihre Beifahrerin, zwei Frauen, schweißüberströmt und allein im Auto, mit unbekanntem Ziel unterwegs.
Sie schauten sich nicht an, starrten aus der Windschutzscheibe auf den Teer der Straße, geradeaus vor sich hin, wo die Luft flimmerte und flirrte. Zuvor hatten sie sich bei den Händen gehalten, die Beifahrerin hatte die Fahrerin liebevoll und begierig zugleich angeschaut, Blicke die erwidert wurden auch wenn sich die Fahrerin ab und an auf die Straße konzentrieren musste. Doch etwas war näher gekommen, und sie wussten: sie fuhren auf es zu, beide gemeinsam, und doch allein wie unter einem Bann. Die Hände der Fahrerin umkrampften das Lenkrad, die der Beifahrerin krampften sich in ihrem feuchten Schoß zusammen. ES kam näher. Es war die Grenze.
Grau ragte das Gebäude vor ihnen auf, die Fahrerin bremste und kurbelte das Fenster herunter. Die Beifahrerin reichte schweigend, mit leicht zitternder Hand die Pässe. Der Zollbeamte, uniformiert, mit Kappe wobei auch ihm der Schweiß von der Stirn rann, nahm sie gelangweilt entgegen. Schon öffnete sich die Schranke, da stutzte er. Mißtrauisch blickte er in die Pässe, forschend betrachtete er ihre Gesichter. Das Herz der Frauen krampfte sich zusammen. Nie würde er sie durchlassen! Er hatte es entdeckt, ihr süßes Geheimnis, sie würden abgeurteilt werden, abgeführt. Einzelhaft. Beide zusammen, allein, getrennt. Schon begann sich die Schranke wieder zu senken, um den Albtraum wahrzumachen, da formte die Beifahrerin mit ihrem Mund die lautlosen Worte: "Fahr!" und im selben Moment gab die Fahrerin Gas. Der Wagen heulte auf, die Reifen quietschten und wild schossen sie in ihrem Gefährt davon, sie jagten ihr Auto über die Grenze, aus dem Grenzbereich heraus.
Die Beifahrerin drehte sich um, Zollbeamte sah sie in Autos springen, sie wurden verfolgt! Der Fahrtwind war in das Seitenfenster gestoßen, zerrte am Wagen, die Fahrerin kurbelte es mit aller Kraft zu. Immer schneller fuhren sie, 160, 180, 200 km/h... zu schnell für die kleine Landstraße, doch sie wurden wild verfolgt! Ein Waldstück tauchte vor ihnen auf, und schon rasten sie im Straßenverlauf hinein. Als es sie verschlang, konnte die Beifahrerin ihre Verfolger ausmachen, zum Glück noch am Ende der langen Straße. Nun schrie sie panisch: "Sie kriegen uns, am Ende bekommen sie uns ja doch!"
Plötzlich kreischten die Bremsen, die Fahrerin riß das Lenkrad herum, und der Wagen verschwand in einem Seitenweg, mitten hinein in den Dschungel. Sie fuhren nun langsam und vorsichtig weiter, Farne streiften den Wagen, Blätter und Äste. Der Boden war ausgedörrt, das Auto hinterließ so kaum Spuren. Aus der Ferne waren die vorbeiheulenden Wagen der Zöllner zu vernehmen. Doch die beiden Frauen fuhren in eine der zahlreichen Abzweigungen und nocheinmal bogen sie ab, bis sie eine kleine Lichtung erreichten. Hier blieben sie stehen.
Das Gras war hoch gewachsen, und um sie herum wuchsen hohe Eukalyptusbäume und viel Gestrüpp. Knackende Geräusche erklangen als sie aus dem Wagen stiegen, vereinzelte Vogel- und Tierstimmen. Die Luft war erdrückend heiß, schwül, geladen wie vor einem Gewitter. Hier fielen sie sich endlich in die Arme, hier drückten sie sich, schweißnaß beide, ihre Lippen berührten sich und sie erbebten. Die eine Frau suchte die Zunge der anderen, sie küssten sich lange und intensiv, es wurde immer heißer. Was sie taten war Wahnsinn, immer noch wurden sie verfolgt! Die Grenzwächter konnten jederzeit zurückkehren, ihre Spuren im Waldweg finden. Flüchtige Gedanken, angespannte Stille im Wald. Nun waren keine Tierstimmen mehr zu hören. Doch die Wellen, die durch ihre Körper liefen, schwemmte alles hinweg. Sappho löste die Träger ihres Kleides, Lesbos half ihr, das Kleid fiel zu Boden und darunter war sie nackt. Hunger überfiel Lesbos bei diesem Anblick von Sapphos wunderschönem Körper, ihren runden, wohlgeformten Brüsten. Ihre Zunge umspielte eine erregte Brustwarze, und während Sappho wollüstig stöhnte, löste sie nun auch die Träger von Lesbos Gewand. Hände auf der Haut der einen, der anderen, die ihren Weg fanden, die erregten Wellen ihrer Körper wiesen sie über den Bauchnabel nach unten. Als sich ihre Hände durch ihre kleinen, verbliebenen Dreiecke aus Haaren einen Weg bahnten, als Lesbos die erregbarste Stelle Sapphos fand, und Sappho die feuchte Höhle von Lesbos, da zuckte der erste Blitz am Himmel. Das Gewitter entlud sich in ihren Körpern und am Himmel zugleich, Blitz auf Donner, Blitz und Donner fast gleichzeitig. Regen schwemmte sie hinweg, sie waren klatschnaß, hinweggeschwemmt in ein anderes Land, Sappho und Lesbos, hinweg in eine andere Zeit.
Als sie erwachten, sich zärtlich in den Armen haltend, fanden sie sich im noch feuchten, dampfenden Gras der Lichtung wieder. Das Gewitter hatte sich verzogen. Es war Nacht, sternklare Nacht. Die Verfolgung war vorbei, sie hatten die Grenze hinter sich gelassen. Sappho sah Lesbos an, Lesbos sah Sappho an. Sie lachten. Sie waren frei.

Interpretation des Stückes: nicht dass Sie denken, lieber Leser, wir mögen keine Männer! Die Zollbeamten stehen sicher für gesellschaftliche Institutionen, die Bisexualität, oder auch lesbische Liebe verurteilen, moralisieren. Und dennoch übt es diesen unwiderstehlichen Reiz auf sie aus, und sie sind hinter uns her. Nun, in dieser Geschichte bekommen sie uns nicht. Doch oft lohnt es sich, gegebene Grenzen zu überschreiten...


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